September 2025

Reisepass für Dr. phil. Max Müller für eine Reise nach London über Paris, 1849

„Alter: 26 Jahr, Größe 5 Fuß 7 Zoll, Haare: braun, Stirn: niedrig, Augenbrauen: braun, Augen: braun, Nase: gewöhnlich, […] besondere Zeichen: fehlen“. So wird der Reisende Dr. phil. Max Müller in seinem Reisepass beschrieben, den die Ober-Polizei-Behörde des Herzogtums Anhalt-Dessau am 22. Dezember 1849 für eine Reise ausstellte, die Müller über Paris nach London unternehmen wollte. Max Müllers Reisepass wird vom Stadtarchiv Dessau-Roßlau als Archivale des Monats September 2025 präsentiert. Der Reisepass ist enthalten in einem Album mit dem Titel „Briefe aus der Jugendzeit […] und andere Unterlagen von interessanten Begebenheiten im Leben von Friedrich Max Müller“, das zusammen mit weiteren Alben, Briefen und persönlichen Unterlagen aus dem Besitz der Nachfahren Max Müllers stammt und seit 1994 als Dauerleihgabe des Landes Sachsen-Anhalt in der Anhaltischen Landesbücherei Dessau (Wissenschaftliche Bibliothek) verwahrt wird.

Max Müller wurde am 6. Dezember 1823 in Dessau als Sohn des Dichters Wilhelm Müller (1794–1827) und von Adelheid Basedow, einer Enkelin des Philanthropinum-Gründers Johann Bernhard Basedow (1724–1790). Nach dem Schulbesuch in Dessau bereitete sich Max Müller ab 1836 am berühmten Nicolai-Gymnasium in Leipzig auf sein Abitur vor, das er dann am „Francisceum“ in Zerbst ablegte. 1841 nahm Max Müller ein Studium Philologie und Philosophie an der Universität Leipzig auf. Besonders interessierte er sich für Indologie und dem Sanskrit. Sein Studium setzte Max Müller 1844 in Berlin und 1845 in Paris fort. 1846 ging Müller nach England,1854 erhielt er eine ordentliche Professur für neue Sprachen und Literaturen in Oxford und wurde an der dortigen Universität ab 1868 erster Inhaber des Lehrstuhls für vergleichende Religionswissenschaft. Max Müller gab viele herausragende wissenschaftliche Werke heraus, unter anderem die „Sacred books of the East“ in 50 Bänden sowie „India what can it teach us?“ (London 1883) als sein populärstes Buch. Für seine Lebensleistung erhielt Max Müller zahlreiche Orden und Auszeichnungen. Max Müller starb am 28. Oktober 1900 in Oxford. Seine Werke werden noch immer von Studenten der Indologie und der Sanskrit-Forschung in aller Welt genutzt. Die deutschen Goethe-Institute in Indien firmieren unter dem Namen „Max Mueller Bhavan“.

Stadtarchiv Dessau-Roßlau im Archivverbund Dessau
Archivale des Monats September 2025
Reisepass für Dr. phil. Max Müller für eine Reise nach London über Paris, 1849
Stadtarchiv Dessau-Roßlau, Dauerleihgabe Land Sachsen-Anhalt, ohne Signatur

Reisepass für Dr. phil. Max Müller für eine Reise nach London über Paris, 1849
Stadtarchiv Dessau-Roßlau, Dauerleihgabe Land Sachsen-Anhalt, ohne Signatur

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