Archivale des Monats

Köthener Gesangbuch aus dem Jahr 1768

Ein Gesangbuch ist eine Sammlung von Liedern, die dem gemeinsamen Singen dient. Meist handelt es sich dabei um kirchliche Lieder.

Einen ersten Höhepunkt erlebte das deutsche Kirchenlied im frühen 16. Jahrhundert mit den Liedern Martin Luthers, die der in der Sprache des Volkes dichtete. Diese Lieder wurden während des Gottesdienstes gesungen und übertönten damit die lateinischen Gesänge der Kleriker. Im Rahmen des Pietismus entstand eine Flut neuer Kirchenlieder, die sich in neuen Gesangbüchern niederschlug. Das wichtigste Gesangbuch des Pietismus war das 1704 in Halle erschienene Freylinghausensche Gesangbuch. Auf dieses Gesangbuch bezieht sich auch die vom Hallenser Universitätsbuchdrucker Johann Heinrich Hesse 1768 herausgegebene „Samlung der Cöthnischen Lieder“. Das im typischen, sehr schmalen Hochformat gedruckte Gesangbuch ist der Anhalt-Köthener Fürstin Louise Ferdinande (1744-1784) gewidmet.

Das Buch enthält nur die Liedtexte, aber keine Noten. Dies ist so zu erklären, dass die Lieder nach bekannten Melodien gesungen werden. Diese Melodien sind jeweils angegeben. So ist zum Beispiel das Lied „Vergiß mein nicht“ nach der Melodie von „Es kostet viel, ein Christ zu seyn“ zu singen.

Heute sind historische Gesangbücher wichtige kulturgeschichtliche Quellen für Germanisten, Liturgie- und Musikwissenschaftler.

Samlung der Cöthnischen Lieder, in Dreyen Theilen. Halle 1768
Stadtarchiv Dessau-Roßlau, Anhaltische Landesbücherei, Signatur: 58 286

Samlung der Cöthnischen Lieder, in Dreyen Theilen. Halle 1768
Stadtarchiv Dessau-Roßlau, Anhaltische Landesbücherei, Signatur: 58 286

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