(heute Schlossstraße 3)

Zurück zu zu Display 12: Dessau in Trümmern - Passage.

Bild
Display 13

Die von 1506 bis 1554 als dreischiffige spätgotische Hallenkirche mit steilem Dach errichtete Stadt- und Schlosskirche St. Marien bestimmt das Dessauer Stadtbild und hatte sowohl für die Dessauer Bürger als auch für das anhaltische Fürstenhaus eine hohe Bedeutung. Sie diente als Begräbnisstätte der anhaltischen Fürsten und war mit ihrer reichen Ausstattung ein wesentlicher Ort der fürstlichen Repräsentation. Zur repräsentativen Ausstattung gehörten Gruftanlagen, Epitaphien und wertvolle Bildnisse, darunter mehrere Gemälde von Vater und Sohn Cranach sowie 53 Gemälde mit Darstellungen biblischer Geschichten aus der Cranach-Werkstatt entlang der Emporen-Brüstungen. Auch mittelalterliche Wand- und Gewölbemalereien waren noch erhalten.

Bild
Der Große Markt mit der Marienkirche, 1930
Bild
Lage im Stadtplan von 1940

Beim Bombenangriff am 28. Mai 1944 erlitt die Marienkirche mittelschwere Schäden, insbesondere am Dach und an den Kirchenfenstern. Die Innenausstattung war kaum betroffen. Das änderte sich am 7. März 1945. Durch die Einwirkung der Sprengund Brandbomben wurde die Kirche bis auf den Turm, die Umfassungsmauern, die Grundmauern der querhausartigen Anbauten und die Innenpfeiler zerstört. Die Inneneinrichtung und die künstlerische Ausstattung gingen fast völlig verloren. Erhalten geblieben sind vor allem drei Cranach-Gemälde („Die Kreuzigung“ von Lucas Cranach d. Ä. sowie „Jesus am Ölberg“ und „Das Dessauer Abendmahl“ von Lucas Cranach d. J.), die ausgelagert waren und sich heute in der Johanniskirche befinden. 1987 bis 1998 erfolgte der Wiederaufbau der Kirche, die seither ein viel genutzter städtischer Veranstaltungsort ist. Die wenigen erhaltenen Grabmäler sind bei der Rekonstruktion in die Innengestaltung integriert worden. Seit 2015 dienen die Grüfte der Marienkirche wieder als Grablege für Mitglieder des Hauses Anhalt. Im nördlichen Anbau blieben geringe Reste der historischen Wandmalereien erhalten. Diese sind in ihrem Bestand jedoch stark gefährdet und müssten dringend restauriert werden.

Bild
Innenaufnahme Marienkirche, um 1930
Bild
Sanierung und Wiederherstellung der Marienkirche, 1993
Bild
Die Ruine der Marienkirche, 1950er Jahre

Hier geht es weiter zu Display 14: Dessau in Trümmern - Meisterhäuser.

Dessau in Trümmern. Die Katastrophe am 7. März 1945 und deren Ursachen
Eine Ausstellung des Stadtarchivs Dessau-Roßlau
7. März bis 25. September 2020
Marienkirche Dessau

Die Ausstellung „Dessau in Trümmern“ wurde am 7. März 2020 um 14.00 Uhr im Rahmen des Gedenkrundgangs „Versöhnung schafft Frieden“ in der Dessauer Marienkirche eröffnet. Aufgrund der aktuellen Lage ist die Ausstellung derzeit jedoch geschlossen. Wir möchten Ihnen trotzdem die Möglichkeit bieten die Ausstellung zu sehen. Deshalb stellen wir Ihnen die Inhalte der Ausstellungstafeln und Ausstellungsstationen nunmehr auf unserer Homepage zur Verfügung. Sie erhalten damit die Möglichkeit eines virtuellen Rundgangs von Station zu Station.